Unser Roadtrip – Fazit und unsere persönlichen Tipps

Nun sind wir schon eine Woche wieder zuhause und es ist Zeit für ein Fazit zu unserem Roadtrip durch Südschweden.

Was waren nun unsere Highlights, was können wir nicht weiterempfehlen? Welche Tipps haben wir für euch? Hier erfahrt ihr es nun. 🙂

Camping, Stuga oder Hotel? 

Wir haben ja einiges ausprobiert, zelten auf kleineren oder größeren Zeltplätzen, nach dem Allemannsrätt einfach in der Natur, Unterkünfte auf Fähren, im Hotel und in der Stuga. Aber welche Variante ist nun am ehesten zu empfehlen?
Eigentlich kommt es ganz darauf an, wie man seinen Urlaub gestalten will, was man sehen und erleben will und wie spontan man ist.
Die Rundreise mit Auto und Zelt ist ein tolles Abenteuer, man ist flexibel, unabhängig und natürlich besonders preiswert unterwegs, denn sofern man nicht hin und wieder einen kostenpflichtigen Zeltplatz aufsucht, zahlt man nur für Sprit und eben das, was man ohnehin den Tag über tut und braucht. Das Allemannsrätt ist eine tolle Möglichkeit, die man in Skandinavien hat, allerdings sollte es nicht missbraucht werden. Es gibt Regeln, an die man sich auf jeden Fall halten sollte, denn das Meiste funktioniert eben auch über Vertrauen.

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Außerdem sollte man sich auf so eine Rundreise ausreichend vorbereiten. Wir haben uns schon vor der Fahrt mögliche Zeltstellen im Internet bei Google Maps herausgesucht, was in Schweden wunderbar funktioniert, denn viele Straßen wurden mit der Kamera abgefahren. Wenn man weiß, welche Route man in etwa fahren will, dann funktioniert das eigentlich ganz gut. Ansonsten muss man eben spontan sein und etwas suchen. Außerdem extrem wichtig ist Ordnung im Auto. Es gibt nichts schlimmeres, als abends im Regen hungrig den Kofferraum durchwühlen zu müssen auf der Suche nach einem Löffel, Salz oder auch nur der Wäsche für den nächsten Tag. Man muss sich eben schon gut vorbereiten, was auch etwas Übung braucht – oder zumindest gute Tipps 😉
Wenn man sich aber gut vorbereitet hat, dann muss im besten Falle nur noch das Wetter mitspielen – und schon steht der Abenteuerreise mit Lagerfeuer am See, Outdoorerlebnissen und der völligen Freiheit nichts mehr im Wege.

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Hotels und andere Unterkünfte buchen wir nur sehr sehr selten in Schweden. Denn im Vergleich zu einer Stuga ist das Preis-Leistungs-Verhältnis eigentlich immer schlecht. Wenn man aber einen Städtetrip nach Stockholm oder Göteborg machen will, lohnt es sich, früh zu buchen und auch Partnerangebote (Stena Line bietet 20% bei gleichzeitiger Buchung von Fähre und Hotel, IKEA Family hat Kooperationsangebote…) oder tatsächlich auch Vergleichsseiten zu beachten. Außerdem kann man auch weniger frequentierte Seiten wie zum Beispiel die Internetseite von Visit Sweden ausprobieren – auch hier gibt es gute Angebote, die man woanders oft gar nicht findet.

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Die entspannteste Variante, Schweden zu erleben, ist die Stuga. Auch hier gilt: Möglichst früh buchen, dann ist das Angebot und demnach auch die Preise noch am besten. Eine Stuga kann man bei endlos vielen Anbietern mieten. Oft sind die Preise wirklich sehr günstig, wer früh genug bucht, zahlt meistens um die 100€ pro Person und Woche in der Vor- oder Hauptsaison. Unser Tipp: Weg von der Hauptsaison! Wer unabhängig von Schulferien ist, sollte das ausnutzen. Leere Strände, entspannte Innenstädte mit ausreichend Parkplätzen, kaum Schlangen bei Attraktionen und die schönste Natur noch dazu.

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Und NEIN, das Wetter in Schweden ist nicht nur im Juli gut. Auch im Oktober scheint durchaus die Sonne und es sind keine -20° im Mai. Die Nebensaison lohnt sich, denn gerade in Südschweden unterscheiden sich die Jahreszeiten, die Tageslänge und die Temperaturen kaum von denen in Deutschland, vor allem nicht Norddeutschland. Den Schrecken des dunklen, kalten Nordens hat Schweden nicht wirklich zurecht inne.
Und wenn draußen das bunte Laub in der Sonne leuchtet, Pilze im Wald wachsen und es abends langsam kalt wird – dann macht man in der Stuga eben den Kamin an, oder geht in die Sauna am Haus. Ist doch auch super, oder? Deshalb: Fahrt doch mal im September oder Oktober, Februar, im Mai oder Anfang Juni.

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Fähre, Brücke, oder Beides??

Je nach dem, von wo aus man in Deutschland startet, kann sich verschiedenes lohnen. Die Brücken sind preislich unabhängig von Saisonzeiten und natürlich auch ohne feste Abfahrtszeiten. Ansonsten gibt es eine Vielzahl von Fährverbindungen unterschiedlicher Unternehmen, die einen besonders entspannten und oft auch besonders günstigen Start in den Urlaub bieten. Wieder mal das Motto: Früh buchen kann sich lohnen. Muss aber nicht zwangsläufig, denn oft gibt es Angebote, die auch kurzfristig zu buchen sind. Am besten Vergleichen oder beim Reisebüro erkundigen!

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Wer gerne mit dem Schiff fährt, der wird auf einer Fähre jedenfalls schon sehr glücklich die Reise beginnen, wenn man an Deck steht, Deutschland „Tschüss“ sagt und das schwedische Festland (oder auch eine Insel…) langsam näher kommen sieht.

Unsere Highlights und Flops

Unsere persönlichen Highlights waren definitiv vor allem die Naturerlebnisse. Die Wanderung durch die Skurugata zum Skuruhatt war ein unvergessliches Erlebnis, das Store Mosse ist immer toll und bietet mit vielen verschiedenen Wanderwegen auch viel Abwechselung, Lagerfeuer am See und Pilze suchen ist sowieso einfach toll.
Ansonsten war Stockholm natürlich ein Highlight und noch dazu eines, von dem man nie genug bekommen kann. Und wer Sandstrände und das Meer mag, der wird, so wie wir, in Halland und Skåne bei Smugehuk, Laholm oder Falsterbo ein kleines Paradies finden.

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Nicht so begeistert waren wir dagegen von einigen „Outlets“ wie das in Kosta oder Höganäs und leider auch vom Fabrikverkauf in Klippan. Wir finden, ein Ausflug lohnt sich da nicht wirklich, wenn es mal auf dem Weg liegt, kann man aber mal vorbei schauen. Ansonsten sind diese Einkaufstempel nur überlaufen von hauptsächlich deutschen und oft mauligen Touristen, die Preise sind nicht wirklich günstig und selbst einen Regentag kann man eigentlich besser füllen.

Absolute Empfehlung: Store Mosse, Lagerfeuer am See und Outdoor-Kochen (auch in der Stuga mal ein Erlebnis), Schloss Läckö, Stockholm, die vielen Badestellen überall

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Eingeschränkte Empfehlung: Skurugata (wirklich anspruchsvoller Weg durch die Schlucht, verlangt körperliche Fitness und gutes Schuhwerk, Skuruhatt dagegen ist leicht zu erreichen), Gekås (eben ein Shoppingparadies, nicht alles ist günstig, aber ein Erlebnis ist es allemal)

Nicht zu empfehlen: Teure Outlets, die meisten auf deutsche Touristen zugeschnittenen Dinge (typisch schwedisches ist deutlich schöner und liebevoller gemacht, oft auch günsitger)

Money, Money, Money…

Jetzt mal Butter bei die Fische! Das haben wir bezahlt.

3050km Benzin, Verbrauch von durchschnittl. 5,6l/100km (dank Tempolimit in Schweden)
x 1,30€/Liter = 222,04€
Zeltplätze: 150 Sek in Stenungsund, 100 Sek in Glumslöv (Gratis: Gisslevik und Torhamn)
x Kurs 1€ = 9,47 Sek = 26,39€
Übernachtung in Stockholm: 68,87€
Fährfahrt Rostock-Trelleborg-Rostock: 119€
Minikreuzfahrt Viking Line: 36€ + 22€ Frühstück = 58€
Eintrittsgelder: 40 Sek p. Pers. = 8,44€ 2 Pers. (Gratis Eintritte für unter 26-Jährige)
Parkgebühren: 140 Sek in Innenstädten und bei Sehenswürdigkeiten, 240 Sek in Stockholm (3 Tage) = gesamt 40,12€

Dazu kommen Lebensmittel und Souvenirs nach Bedarf. Vieles kaufen wir schon in Deutschland ein, vor allem natürlich Wein, Bier etc. Auch frisches Obst und Gemüse ist in Deutschland meistens (aber nicht immer) günstiger. In Deutschland haben wir für 60€ eingekauft, in Schweden etwa nochmal so viel (für Lebensmittel).

Also, Gesamtpreis für 2 Personen inkl. Ausflügen und Essen: ca. 663€. Dazu kommen die vielen tollen Gratis-Angebote und die Erlebnisse, die einfach unbezahlbar sind. Nicht schlecht für 19 Tage, oder?

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Und noch ein paar Tipps

  1. Essen gehen: Fast jedes Restaurant in Schweden bietet einen sehr günstigen und meist super leckeren Mittagstisch (dagens lunch) an. Oft kann man aus verschiedenen Gerichten wie Pasta, Fisch, Fleisch und einer vegetarischen Alternative wählen und zahlt inklusive Getränk, Salat, Kaffee und manchmal auch noch Gebäck im Regelfall 80-100Sek. Wer abends essen gehen will, sollte sich das dagegen zweimal überlegen. Dann kann ein einfaches Gericht schonmal 300-400 Sek kosten, plus teuren Getränken. Also: Besser mittags essen gehen!
  2. Vorher informieren: Öffnungszeiten, Preise, Angebote… Vieles findet man schon vorher im Internet, auch Informationen, was man alles in der Region machen kann, in der man sein wird. Vor allem kostenlose Kulturangebote und Stadtfeste mit Konzerten lohnen sich sehr. Also: Einfach mal im Internet die Region erkunden!
  3. Gelassen bleiben: Das nervigste, was uns außer betrunkenen Asiaten und Russen begegnet ist, sind DEUTSCHE TOURISTEN. Dauermotzende und unzufriedene Deutsche, die durch die Läden, Städte, ja sogar durch die Natur wandeln und es einfach nicht übers Herz bringen, es einfach mal gut zu finden, sondern die ganze Zeit vor sich her schimpfen – das muss doch nicht sein! Dabei wird wirklich über alles geschimpft, was einem so vor die Nase kommt – Das Haus, das Boot, der Vermieter, das Wetter, die Preise, das „ich hatte mir das hier wirklich anders vorgestellt“ und überhaupt. Ehrlich: Wer ins Ausland reist, sollte nicht erwarten, dass alles so ist, wie zuhause, oder?
    Und wer mies gelaunt kaum ein Wort Englisch herausbekommt, sich benimmt, als wäre man der King, und sich dann auch noch über alles beschwert, ist auch irgendwann kein gern gesehener Gast mehr. Also: Bleibt gelassen. Genießt doch mal, dass Schweden nicht Deutschland ist. 😉

    Schweden ist so vielfältig, dass auf jeden Fall jeder einen schönen Urlaub hier verbringen kann. Man sollte sich einfach nur mal darauf einlassen. Und zur Not setzt man sich mit Rotwein, Tee oder Bier auf die stets vorhandene Terrasse des Ferienhauses und genießt einfach mal die Ruhe.

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    Und wer jetzt neugierig auf den Hintergrund einiger Bilder dieses Artikels geworden ist: Schreibt uns einen Kommentar auf Facebook oder hier und sagt uns, worüber wir euch als nächstes berichten sollen! 😉

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